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Filmfonds VIP 3 und VIP 4: Verluste als Normalfall

19.12.2007

Die Offenheit, mit der die neue Geschäftsführung die „Selbstverständlichkeit“ des zu erwartenden Verlustes kommuniziert, belegt nachdrücklich, dass die Entscheidung unserer Mandanten richtig ist, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Auszüge unserer Berichte und Bewertungen zu den Gesellschafterversammlungen Film- & Entertainment VIP Medienfonds 4 GmbH & Co. KG am 13.12.2007 und Film- & Entertainment VIP Medienfonds 3 GmbH & Co. KG am 14.12.2007 in München finden Sie auf unserer Seite. Nehmen Sie gern unverbindlich Kontakt mit uns auf, wenn Sie Fragen haben.

Die Geschäftsführung hat zu beiden Fonds mitgeteilt, dass der absehbare, als Normalfall anzusehende Verlauf, wonach bei wirtschaftlicher Betrachtung der Fonds mit einem Verlust angelegter Gelder in Höhe von über € 81,7 Mio bei VIP 4 und mehr als € 8,75 Mio bei VIP 3 zu rechnen ist, nicht auf unvorhersehbar hinzugetretene, negative Ereignisse zurückzuführen ist. Mit anderen Worten: Fondsverantwortlichen und Beratern dürfte von Beginn an ersichtlich gewesen sein, dass allenfalls aus einer endgültig bei den Anlegern verbleibenden Steuerverschiebung erwachsende Vorteile teilweise zu einer Kompensation der als „Real - Case“ bezeichneten Verluste hätten führen können.

Bei VIP 4 soll noch vor Weihnachten das schon einmal angekündigte „Barwertangebot“ von dritter Seite erfolgen. Hier ist schon jetzt zu deutlicher Zurückhaltung aufzurufen, da die nach Angaben der Geschäftsführung im Raume stehende Quote einen erheblichen Abschlag darstellt, der nicht allein auf eine „Abzinsung“ zurückzuführen ist. Offensichtlich versucht ein Investor die Verunsicherung der Anleger und die negative Situation durch die unerwartete erhebliche Nachzahlung von Steuern zu seinem wirtschaftlichen Vorteil auszunutzen. Bei VIP 3 soll in Kürze mit einem vergleichbaren Vorgehen und Angebot zu rechnen sein.

Es ist bedauerlich, dass die Fondsgeschäftsführung eine Bewertung des Angebots im Sinne der Anleger nicht vorgenommen und auch auf dessen Höhe keinen positiven Einfluss genommen hat, obwohl sie bereitwillig die Überprüfung der Bücher des VIP 4-Fonds zuließ. Durch die Verharmlosung als „Barwertangebot“ wird abgelenkt von dem empfindlichen Verlust bei Annahme. Davon ist unseren Mandanten nach derzeitigem Kenntnisstand abzuraten, zumal bei einer Veräußerung der Beteiligung negative Einflüsse auf den Versuch der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen durchschlagen könnten. Es kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass nach Annahme des Angebots „problemlos“ die verbleibende Differenz geltend gemacht werden könnte. Schon jetzt geht deshalb an unser Mandanten beider Fonds der dringende Rat, uns über Angebote unverzüglich zu informieren und nicht ohne Absprache mit uns darauf zu reagieren.

Die Verurteilungen der Commerzbank häufen sich mittlerweile, wie auch Anzeichen dafür, dass dieses Kreditinstitut gelegentlich zu einem tragbaren Vergleich bereit ist, wenn sich eine Niederlage im Rechtsstreit ankündigt.

 
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